Das englische Hochschulsystem

Im britischen System muss vor allem zwischen offiziell zugelassenen Universitäten und privaten Hochschulen unterschieden werden. Nur die offiziell anerkannten dürfen akademische Grade verleihen. Eine Auflistung bietet das Departement for Education. Nicht anerkannte Hochschulen arbeiten oft in Kooperationen mit den zugelassenen Universitäten, um ihren Studenten international anerkannte Abschlüsse zu garantieren.

Die beiden wichtigsten und weltweit bekannten Universitäten Englands sind Oxford und Cambridge, sie zählen zu den ältesten und traditionsreichsten des Landes und entstanden zwischen dem 12. Und 15. Jahrhundert. Obwohl es sehr schwierig ist, hier einen Studienplatz zu bekommen, bewerben sich jedes Jahr zahlreiche Studenten und hoffen auf die ersehnte Ehre. Die Chance auf einen Studienplatz variiert auch je nach gewählten Fächern.

Auch in England gibt es, wie in Deutschland, das Bachelor- und Master-System. Der Bachelor dauert in der Regel drei Jahre für den Master benötigt man ein bis zwei zusätzliche Jahre.

Im Gegensatz zu Deutschland, ist man im britischen System weniger auf sich selbst gestellt, es gibt für fast alles einen Ansprechpartner und auch viele außeruniversitäre Aktivitäten werden durch die Hochschulen organisiert. So entsteht ein enges Campusleben mit Sportangeboten, Bars, Restaurants und vielem mehr.

Die Unterrichtsform gleicht den deutschen Vorlesungen, jedoch wird viel Wert auf kleinere Gruppengrößen gelegt und es gibt auch mehr Tutorien und Übungen. Ziel ist es, ein fundiertes Grundlagenwissen zu vermitteln.

Durch den Bologna-Prozess und die europaweit eingeführten Regelungen gibt es auch in Großbritannien Credit-Points, welche durch Studien- und Prüfungsleistungen erworben werden müssen. Dies gilt für den Bachelor und Master sowie für den Erhalt eines Doktortitels, mittlerweile Ph.D. genannt.

Einen großen Unterschied zum deutschen System stellen die Studiengebühren dar. Während in Deutschland versucht wird, diese so gering wie möglich zu halten und sie spezifisch für die jeweiligen Studiengänge zu verwenden, fallen in England deutlich höhere Beträge an. Diese werden vor allem für die allgemeine Modernisierung und Qualitätshaltung der Universitäten verwendet.

Es werden jährliche Gebühren eingezogen, wobei die Beträge variieren, je nachdem, ob man englischer oder internationaler Student ist.

Unterschieden wird zudem in zwei Arten, die Tuitition Fees sind allgemeine Studiengebühren und können bis zu 9000£ betragen, die so genannten College Fees betreffen dann noch einmal spezifische Angebote.

Da die Gebühren von den Hochschulen bestimmt werden, gibt es erhebliche Schwankungen zwischen einzelnen Universitäten, man sollte sich also direkt an der Wunschhochschule informieren.

Es gibt also ein paar kleinere und größere Unterschiede zum deutschen Hochschulsystem, im Großen und Ganzen verhält sich der Ablauf jedoch relativ gleich und auch die erhaltenen Abschlüsse sind identisch und international anerkannt.